glauben12 – eine neue Einführung in den christlichen Glauben
Communiqué vom 1. Sept. 2005
Reformierte Landeskirche präsentiert
neuen Glaubenskurs
kid. «Was liegt Gott eigentlich an mir?», «Gibt es den Teufel?», «Lohnt es sich, Gutes zu tun?» – Wer Antworten auf solche Fragen erhalten und sich darüber mit anderen austauschen möchte, kann den neuen Glaubenskurs der reformierten Zürcher Landeskirche besuchen. Der Kurs heisst «glauben12 – das reformierte einmaleins» und wird von den einzelnen Kirchgemeinden durchgeführt. Er will reformiertes theologisches Grundwissen vermitteln und mit den Grundelementen des Glaubens vertraut machen. Entscheidend ist dabei, dass die Teilnehmenden nicht dogmatische Lehrsätze vorgesetzt bekommen, sondern dass sie im Gespräch mit anderen ihren Standort selbst bestimmen. Sie sollen spüren, dass der christliche Glaube sie in ihrem Leben wesentlich angeht.
Der Kurs versteht sich als «Leitfaden des Glaubens im Labyrinth des Lebens». Er geht nicht von einem starren Glaubensgebäude aus, sondern von existenziellen Lebensfragen. Er knüpft bei den Grundfragen an, die die Menschen haben. Es sind dies Fragen nach dem Angenommen- und Geliebtsein, Fragen nach der Verlässlichkeit des Lebens oder dem Ausgeliefertsein an ein Schicksal, Fragen nach dem rechten Handeln und Tun, nach Leid, Sterben und Tod.
Die 12 ist in der Bibel eine wichtige Zahl: Jakob hatte 12 Söhne. Es gab 12 Stämme Israels, 12 Jünger, 12 Apostel. Das Kurskonzept orientiert sich an dieser Symbolzahl: Im Idealfall erstreckt sich der Kurs über 12 Abende und wird jeweils von 12 Personen besucht. Die durchführende Kirchgemeinde hat aber die Möglichkeit, das Konzept zu variieren, etwa als kürzeren Intensivkurs oder über 12 Monate erstreckt. Kursunterlage ist ein 48teiliges Kartenset mit je einer kurzen Frage und einer kurzen Antwort. Sie sollen Anstoss sein zum Nach-, Über- und Weiterdenken. An jedem der Abende werden jeweils zwei der Fragen und Antworten behandelt.
Ganz wichtig sind die Abende selber, weil es bei glauben12 nicht nur um die persönliche Auseinandersetzung mit Glaubensfragen geht, sondern um das Gespräch und den Dialog mit anderen. Die Abende sind entsprechend gestaltet, es gibt genügend Zeit für Pausengeplauder an der sogenannten «wunderBar» und es stehen Brot und Wein zur Verfügung.
glauben12 wurde von der Zürcher Landeskirche erarbeitet. Rund 30 Kirchgemeinden in der Deutschschweiz wollen den Glaubenskurs sobald wie möglich durchführen. Er wird vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund empfohlen. Bis jetzt haben sich acht weitere Landeskirchen seiner Empfehlung angeschlossen und ihren Kirchgemeinden bzw. ihrer Pfarrschaft offiziell zur Durchführung geraten.
Mit glauben12 konnte eine Lücke im Erwachsenenbildungsangebot der Landeskirche geschlossen werden. Seit vielen Jahren gibt es zwar den nach wie vor gut besuchten Theologiekurs. Dieser dauert aber drei Jahre und bedingt von den Teilnehmenden ein beträchtliches Engagement. Er ist eher zur Glaubensvertiefung gedacht und richtet sich an Personen, die schon im Glauben verankert sind. glauben12 hingegen will die Möglichkeit bieten, sich nicht minder intensiv, jedoch mit einem beschränkten Zeitaufwand mit existenziellen und christlichen Fragen beschäftigen zu können. Das Angebot richtet sich deshalb an Personen, die bislang vielleicht bloss einen losen oder keinen Kontakt zur Kirche pflegen, jedoch an grundlegenden Lebensfragen interessiert sind.